Manifest für eine solidarische Stadt – „Solidarity City Freiburg“

Die Initiative Solidarity City ruft dazu auf das Manifest durch eure/ihre Unterschrift und durch solidarisches Handeln zu unterstützen.

In Freiburg leben immer mehr Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen. Nicht jeder unserer Mitbürgerinnen hat einen deutschen Pass, und auch nicht jede_r hat einen gesicherten Aufenthaltsstatus. Dies führt dazu, dass einige nur einen eingeschränkten Zugang zu Sozialleistungen haben. Andere müssen auf staatliche Leistungen ganz verzichten, weil sie als Illegalisierte fast jeden Kontakt mit staatlichen Institutionen vermeiden müssen.

Und diejenigen, die hier nur geduldet sind, leben in einem Zustand dauerhafter Unsicherheit unter der Bedrohung durch Abschiebung und Ausschluss. Auch viele Menschen mit deutschem Pass oder gesicherten Aufenthaltstitel sind von Ausgrenzung betroffen, besitzen keine materiellen Ressourcen und müssen in unzureichenden Wohnverhältnissen leben.

Wir wollen dies ändern. §1 Absatz 2 der Baden-Württembergischen Gemeindeordnung lautet: „Die Gemeinde fördert in bürgerschaftlicher Selbstverwaltung das gemeinsame Wohl ihrer Einwohner“. Die Gemeindeordnung macht hierbei keinen Unterschied zwischen ihren Einwohner_innen. Nur der Wohnort und nicht der Pass spielen dabei eine Rolle.

Wir wollen uns in diesem Sinne für ein Freiburg einsetzen, in dem nicht nach dem Aufenthaltsstatus gefragt wird, in dem jede_r, unabhängig vom Geldbeutel oder Aufenthaltsstatus die gleichen Rechte genießt und in dem zukünftig keine Menschen mehr abgeschoben werden.

Wir wollen darauf hinarbeiten, dass Freiburg sich dem Netzwerk der Solidarity Cities anschließt: kanadische, englische, amerikanische, italienische, spanische und schweizer Städte haben es vorgemacht. Insgesamt haben sich weit über 400 Städte und Gemeinden zu Städten erklärt, in der ein Aufenthaltsstatus kein Hindernis mehr darstellt, weil alle Einwohner_innen einer Stadt gleichwertig behandelt werden.

In Freiburg sollen alle Einwohner_innen unabhängig von Herkunft, Aufenthalts- und sozialen Status den gleichen Zugang z.B. zu öffentlichen Einrichtungen, zu Bildung, zu menschenwürdigem Wohnraum, zu medizinischer Versorgung haben und die Möglichkeit zur kulturellen und politischen Teilhabe bekommen.

Hierfür treten wir ein. Mit unserer Unterzeichnung unterstützen wir das „Manifest für eine solidarische Stadt.“

Bislang unterstützen folgende Gruppen / Einrichtungen das Manifest in Freiburg: Aktion Bleiberecht Freiburg | Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit (aks) | Fraktion Unabhänige Listen im Freiburger Stadtrat | Freiburger Forum aktiv gegen Ausgrenzung | iz3w – Informationszentrum 3. Welt | Kinderabenteuerhof Vauban | LAMA GmbH | medinetz Freiburg | Radio Dreyeckland | Roots Factory | zusammen leben e.V. Freiburg im Breisgau | RESQSHIO e.V. | Initiative Schlüsselmensch e.V. | AMICA e.V. | Weingut Dilger | Luftschloss e.V. | josfritz Cafe | SUSI-Chor | zündstoff. FAIR ORGANIC CLOTHING Freiburg I Lad(y)fest Freiburg |


Manifesto for “Solidarity City Freiburg”

The initiative “Solidarity City Freiburg” calls for the signing of this manifesto to support solidarity action within the city of Freiburg.

Like cities around the world Freiburg is increasingly home to people from different ethnic and social backgrounds. Not all of our residents possess German citizenship or a valid ID and not all have a secure legal status. This leads to limited access to key public services for an increasing amount of people. Those without documentation are forced to forgo public services entirely to avoid contact with official institutions. Furthermore people, who possess only discretionary permission to remain, live in a permanent status of insecurity through social expulsion and the threat of imminent deportation. Finally, even those possessing secure legal status and full German citizenship are affected by exclusion and lack access to sufficient material good like housing or medical support.

We want to improve this state of affairs. In §1 section 2 of the municipal laws of Baden-Württemberg it says: “the municipality is to support the common well-being of their inhabitants through civic self-organizing”. The law doesn´t distinguish between residents and makes no mention of legal status or citizenship as a criterion to classify as an inhabitant. Only the place of residency, not the legal status, is indicated.

In this sense, we want Freiburg to become a city, in which legal status has no impact on the exercising of  rights and access to city services. We want Freiburg to become a city in which all people have equal rights no matter their income or status and a future in which no one faces deportation.

We call for Freiburg to join the international network of Solidarity Cities. Canadian, British, US American, Italian, Spanish and Swiss cities have already shown the way: worldwide over 400 municipalities have declared themselves solidarity or sanctuary cities, where legal status doesn´t create differences between inhabitants.

Hence, in Freiburg too, all residents should be treated equally, no matter their origins, their legal or social status. All residents should be able to access public services, learning facilities, housing programs, health care and political and cultural participation. By joining this international network, we will work towards Freiburg becoming a more just and solidary city for all.

For this we stand. By signing this manifesto, we endorse the concept of Solidarity City.

Justification:

Solidarity-City-Network Freiburg – Freiburg as Sanctuary City! A chance for a more just city for everyone! www.freiburger-forum.net/wordpress/wp-content/uploads/2017/06/solidaritycity-flyer-Freiburg.pdf

City for all – with news from different cities, among them Freiburg. solidarity-city.eu

Open meeting: every second Tuesday of the month, 7 pm , Büro für grenzenlose Solidarität, Adlerstraße 12, 79098 Freiburg

For further information, also check: www.freiburger-forum.net/zuflucht

Contact: freiburg@solidarity-city.eu

In the name of all who signed the manifesto.

 

 

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