Refugees and the City

Refugees and the City
The Twenty-first-century Front Line

Robert Muggah with Adriana Erthal Abdenur

WRC Research Paper no.2

Kurz-Zusammenfassung von Susanna:

These zur Ausgangssituation:
60 % der Geflüchteten und 80% der IDP (international displaced persons) leben im stadtischen Raum, nur 30 % leben in Camps in ländlichen Gebieten.

Diese Städte sind zumeist nicht die reichen Städte des globalen Nordens (Europa, USA, Kanada), sondern befinden sich in den Nachbarstaaten der Krisengebiete – somit im globalen Süden. Auch in den reichen Städten sind Geflüchtete nicht in den reichen Quartieren, sondern in den mittleren und ärmeren Vierteln.

Flucht in die urbanen Gebiete ist vom UNHCR erst seit 1997 in den Blick genommen worden (die Kritik am UNHCR diesbezüglich zieht sich durch den ganzen Text).
Dieser Fokus steht im Widerspruch zur historischen Tatsache, dass in allen Epochen die Städte die zentrale Rolle in Flucht- und Migrationsbewegungen gespielt haben. Städte verdanken der „erzwungenen Flucht“ („forced migration“) ihre Innovation und Kreativität. In diesen kontext gehört das Konzept der Sanctuary Cities.

Die Autor*innen erwarten in naher Zukunft einen enormen Anstieg an Klimaflüchtlingen, die vom Land in die Städte ziehen werden. Von der Weltbank wird eine Zahl von 143 Millionen in Afrika, Asien und Süd-Amerika prognostiziert.

Geflüchtete werden oft zunächst als Bedrohung wahrgenommen, weil die Städte erst einmal überfordert zu sein scheinen von Unordnung, Andersheit (otherness) und der Konkurrenz um Sozialleistungen.
Studien zeigen, dass weder die Kriminalität steigt (es wird auf Studien in den USA, Deutschland, Schweden etc. verwiesen), noch die Kosten für Sozialleistungen die ökonomischen Vorteile überwiegen (auch hier mehrere internationale Beispiele für einen anstieg an Renteneinzahlungen und Sozialabgaben).

Es folgen zwei Kapitel, in denen Dokumente des UNHCR, der Weltbank etc. aufgelistet werden, die sich mit er Flucht in Städte befassen.

Initiativen der Städte und ihrer Netzwerke
Immer mehr Städte entwickeln Rahmenbedingungen, um Geflüchtete aufzunehmen und Willkommensstrukturen zu etablieren: Aus den USA kommen die Konzepte der „welcome city“ und der „sanctuary cities“, die dort eine Form des Widerstands gegen die restriktive Bundespolitik darstellen.
In vielem ähnlich sind die ca 80 „sanctuary cities“ im UK.
In der EU entwickeln mehrere Städte ähnliche Strategien und nutzen dabei das 1986 entstandene Netzwerk „Eurocities“, in dem 140 große Städte und 45 urbane Zentren organisiert sind (u.a. Neukölln; Anm. von Susanna)
Spannungen zwischen den Städten und den jeweiligen Landesregierungen gibt es überall. (Wir wären also in der besten Gesellschaft, Anm. von Susanna)

These der Autor*innen: Langfristig wird die Etablierung der sanctuary cities helfen, die Aufnahme von Geflüchteten sicher und zum ökonomischen Nutzen der Städte zu gestalten.

Sanctuary Cities bauen Vertrauen zwischen Sicherheitskräften und Communities auf, was sich positiv auf die Kriminalität auswirkt. Sie sind ökonomisch stärker als andere Städte ohne die von ihnen entwickelten Willkommensstrukturen/-programmen.
Es folgt eine lange Liste von Belegen: New York (dort heißt das Programm ActionNYC), Barcelona (SAIER), Montreal (BINAM), Sao Paulo …
Für uns in Europa interessant: Es gibt ein Statement der Eurocities aus dem Jahr 2015 und eine Initiative mit dem Namen Solidarity Cities, die danach gestartet wurde.

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