Solidarity City Initiative in..

Kassel

Aktuelle Aktionen


Solidarisches Frühstück vor der Ausländerbehörde

Montag, 19. August, 8-10 Uhr
Adresse: Kurt-Schumacher-Straße 29-31

Alle Menschen, die in Kassel sind, sollen das Recht bekommen, hier in Würde leben zu können. Ohne Angst. Ohne Angst vor Abschiebungen. Ohne Angst in Behörden. Für manche Menschen ist eine Behörde einfach ein steriler Ort, für Mensch ohne deutschen Pass ist die Ausländerbehörde ein Ort der Erniedrigung, Diskriminierung, der Repression. Wir wollen eine Stadt für alle Menschen. Eine Stadt, die für alle Hierlebenden gleiche Möglichkeiten zur Verfügung stellt.

Solidarity City ist eine Vision. Solidarity City existiert schon. Als Netzwerk, welches bei Behördengängen unterstützt, Wohnräume transparent macht, bei Krankheit Arzttermine ermöglicht, Schul- und Kitaplätze ausfindig macht, …

Du kannst Solidarity City sein, stell dein leeres Zimmer zur Verfügung. Wir sind Solidarity City und stellen uns vor die Ausländerbehörde, gemeinsam. Kommt zahlreich. Bringt euren Kaffee und Tee mit, eure Brötchen und euer Müsli. Teilt, das was ihr zu viel, habt mit anderen. Seit laut und ungemütlich.

Bitte bringt euch etwas zu essen und zu trinken mit, damit wir gemeinsam picknicken können. Wir haben Info-Material dabei und freuen uns auch über Rede-Beiträge!

 

Break the Isolation – Berichte und Porträts aus dem Abschiebegefängnis vorgestellt von PiA (Darmstadt)

Freitag, 23. August, ab 19 Uhr
Kollektivcafé Kurbad, Sternstraße 20

Die Gruppe PiA aus Darmstadt besucht Menschen, die in Abschiebehaft sind, um sie zu unterstützen, ihnen zuzuhören, den Kontakt nach draußen herzustellen und/oder dabei behilflich zu sein, anwaltliche Vertretung zu organisieren.

Sie kommen am 23. August ins Kollektivcafé Kurbad, um von ihrer Arbeit zu berichten und die Zustände im Abschiebegefängnis zu schildern. Außerdem wird es den Bericht eines Betroffenen geben, der selbst in Abschiebehaft war. Wir laden euch ein, gemeinsam einen Blick hinter die Mauern zu werfen, die Geschichten von jenen kennenlernen, die im Abschiebeknast eingesperrt sind und die Anonymität der Abschiebepolitik zu durchbrechen.

Es soll viel Raum für Nachfragen und Gespräche geben, wenn dies gewünscht ist.

Es wird auch eine Ausstellung gezeigt, in der PiA die Begegnungen mit den Gefangenen im Darmstädter Abschiebegefängnis gespiegelt hat, visualisiert durch Porträts der Inhaftierten, gezeichnet von Künstler*in Paulina Stulin: www.paulinastulin.de

Mehr zum Thema Abschiebehaft:

2019 ist das Jahr zweier trauriger Jubiläen – 100 Jahre Abschiebehaft in Deutschland – und 1 Jahr hessisches Abschiebegefängnis in Darmstadt. Abschiebehaft hat in Deutschland eine Tradition der Willkür, der Gewalt und des Unrechts. Vor 100 Jahren wurde sie in Deutschland vor allem zur Vertreibung von Jüd*innen eingeführt, und schafft seitdem eine rechtliche Legitimation dafür, Menschen willkürlich wegzusperren, zu kriminalisieren und abzuschrecken. 1938 wurde die gesetzliche Grundlage für die Abschiebehaft durch ein Gesetz von Heinrich Himmler massiv ausgeweitet. Dieses Nazi-Gesetz, die sog. Ausländerpolizeiverordnung, wurde 1951 von der BRD wörtlich übernommen. Begründet wurde dies damit, dass dieses nun von “einem demokratischen Geist durchdrungen sei” und “formal-rechtlich korrekt zu Stande gekommen ist”. Über die 60er, die 90er Jahre bis heute wurde die Gesetzgebung immer wieder massiv verschärft, zuletzt in diesem Jahr mit dem „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“.

2018 beschloss die schwarz-grüne Landesregierung den Bau eines hessischen Abschiebegefängnisse und seit einem Jahr werden (auch) in Darmstadt Menschen eingesperrt und isoliert. Damit soll ihre Abschiebung sichergestellt und Gegenwehr und Unterstützung verhindert werden.

Die Kampagne „100 Jahre Abschiebehaft“ macht auf diese Entwicklung aufmerksam, organisiert am 31. August eine große Demo und fordert:

Schluss mit der Abschiebehaft in Darmstadt und überall!
Schluss mit allen Abschiebungen!
Schluss mit der Internierung in Lagern!
Schaffen wir sichere Häfen!
Für eine solidarische und gerechte Gesellschaft.
Community for All!

http://commforall.blogsport.de/
http://100-jahre-abschiebehaft.de/

 

 

Plattform-Treffen von Solidarity City

Der nächste Termin für unser Plattform-Treffen steht noch nicht fest. Wir informieren euch hier, wenn es einen neuen Termin gibt!

Verfolgt für aktuelle Neuigkeiten auch unsere Facebook-Seite.

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Solidarity City Kassel

Wir wünschen uns eine lebenswerte Stadt für alle Bewohner*innen. In einer solchen Stadt kann jede*r sein Leben selbst gestalten – sei es im Bereich Wohnen, Arbeiten, Freizeit oder Engagement. Auch Gesundheitsversorgung, Bildung und Mobiltität stehen allen Menschen offen – und zwar unabhängig von Pass, Aufenthaltsstatus oder ihren finanziellen Mitteln.

Für viele Menschen in Kassel ist eine solche Stadt fern ihrer Realität: Als Geflüchtete leben sie hier geduldet oder (vorübergehend) illegalisiert. Sie sind konfrontiert mit einem Zustand dauerhafter Unsicherheit. Für sie ist es ein Risiko, zum Arzt zu gehen, einer Arbeit nachzugehen und ihre Kinder in die Kita oder Schule zu schicken.

Zu einer solidarischen Stadt gehören für uns auch Strukturen, die Menschen dabei unterstützen, sich vor Abschiebung zu schützen. Wir wollen u.a. Wohnraum und finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, um ihnen eine Atempause und ein Mindestmaß an Sicherheit zu ermöglichen. Das gelingt allerdings nur mithilfe eines breiten Netzwerks.

Die Beteiligung an einem solchen Netzwerk verstehen wir als eine politische Praxis, um unseren Widerstand gegen rassistische Ausgrenzung und Abschottungspolitik öffentlich und praktisch werden zu lassen. Die Grundlage unseres Handelns ist eine Solidarität, die keine Unterschiede anhand der Herkunft macht und ohne Hierarchisierung von Fluchtgründen auskommt.

Das Netzwerk als Teil einer solidarischen Stadt braucht Menschen, die sich an der Schaffung
einer Infrastruktur für Geflüchtete beteiligen. Konkret benötigt werden dafür:

  • Wohnraum, befristet und unbefristet
  • Menschen, die Geflüchtete bei der Wohnungssuche, bei Amtsgängen oder zu
  • Anwält*innen begleiten
  • Ärzt*innen und Therapeut*innen
  • Anwält*innen und rechtliche Beratung
  • Dolmetscher*innen, Sprachkurse, Lerntandems
  • Jobs
  • Geldspenden für z.B. Verpflegung, Fahrkarten, juristische Beratung, Handyguthaben

Wenn du das Netzwerk unterstützen möchtest, schreib uns eine Mail an: kassel@solidarity-city.eu

Geldspenden werden vor allem in bar benötigt. Diese kannst du in unsere Spendendosen in der Stadt werfen oder an folgenden Orten abgeben:

Schmackes Mitgliederladen, Erzbergerstr. 51 (Mo-Fr 9.30-19 Uhr, Sa 9-15 Uhr)
Kollektivcafé Kurbad, Sternstr. 20 (Mo, Do, Fr, Sa 13-19 Uhr, So 13-18 Uhr)
ABC Buchladen, Goethestraße 77 (Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa 9-13 Uhr)

Wem dies nicht möglich ist, kann die Spende auch überweisen:
Spendenkonto: local e.V.
IBAN: DE60 5205 0353 0000 0179 70
Verwendungszweck: Spende Solidarity City